Neues Studienprogramm „Deutsch-Französisches Recht“ an der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dass Studenten aus Erlangen in Rennes und Studenten aus Rennes in Erlangen Recht bzw. Rechtswissenschaft studieren, ist angesichts der seit geraumer Zeit bestehenden engen Zusammenarbeit zwischen der Juristischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Faculté de Droit et de Science Politique der Université de Rennes 1 nicht neu. Neu ist hingegen, dass sie dies ab dem Wintersemester 2007/2008 im Rahmen einer eigens auf ihre Bedürfnisse abgestimmten, zu einem vollwertigen Hochschulabschluss der Partneruniversität führenden Struktur tun können. Auf der Grundlage der sprachlichen und fachlichen, beruflichen, interkulturellen und interdisziplinären Ziele wurden ein Integriertes Studienprogramm ausgearbeitet, das die im Sorbonne-Bologna-Prozess entwickelten Qualitäts- und Strukturkriterien unter Wahrung der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen im größtmöglichen Maße umsetzt und einen der ersten Bologna-konformen Studiengänge für Juristen in Bayern beinhaltet.
Der auf einen möglichst hohen Integrationsgrad ausgerichtete Studienplan sieht für alle Studenten des Integrierten Deutsch-Französischen Studienprogramms ein dreisemestriges universitäres Studium an der Partneruniversität vor, das durch eine praktische Studienzeit im Gastland um berufsrelevante Ausbildungselemente ergänzt wird. Dabei wurde der Studienverlauf so arrangiert, dass die deutschen und französischen Programmstudenten über einen Zeitraum von sechs Semestern ununterbrochen gemeinsam studieren und diverse (Lehr-)Veranstaltungen die spezifischen internationalen Ausbildungsziele des Programms konkretisieren:
– Ein spezielles, fachdidaktisch aufbereitetes Sprachkursprogramm;
– Vorlesungen in Stil und Sprache des Gastlandes von einem Dozenten der Partneruniversität noch vor der Auslandsphase;
– ein mindestens zwei Monate dauerndes Praktikum im Gastland;
– ein von Dozenten beider Fakultäten gemeinsam durchgeführtes deutsch-französisches Seminar zur Rechtsvergleichung;
– interkulturelle Reflexion im Rahmen des Peer-Mentorats „Recht-Kultur“;
– interdisziplinäre Ausrichtung durch fachfremde Lehrveranstaltungen aus dem Bereich der Wirtschafts- bzw. Politikwissenschaft sowie der Informatik;
– Studium Internationale mit Veranstaltungen zu Cross Cultural Awareness Training bzw. Interkultureller (Wirtschafts-)Kommunikation.
– gemeinsame Veranstaltungen und Exkursionen, u. a. mit Studenten des Integrierten deutsch-französischen Masterstudiengangs der Mathematik;
Das neu konzipierte Programm führt im Rahmen der Regelstudienzeit von zehn Semestern zu einem deutschen und französischen Doppelabschluss. Die Université de Rennes 1 verleiht den Absolventen nach fünf Jahren einen „Master Droit européen – Spécialité Droit franco-allemand“ und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vergibt nach dem erfolgreichen Absolvieren der Ersten Juristischen Prüfung (so die genaue Bezeichnung des ehemaligen Ersten Juristischen Staatsexamens) den akademischen Grad „Diplom-Jurist(in) Univ.“.
Der Startschuss für das neue Programm fällt im Oktober 2007. Bewerbungen sind bis zum 31. Juli 2007 beim Programmbeauftragten der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Matthias Jestaedt, einzureichen. Er steht interessierten Schülern wie Lehrern gleichermaßen bei Fragen gerne zur Verfügung:
Prof. Dr. Matthias Jestaedt
Institut für Staats- und Verwaltungsrecht
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Schillerstraße 1, 91054 Erlangen
Fon: 0 (049) 9131 / 85-22820
E-mail: lehrstuhl.jestaedt@jura.uni-erlangen.de