Im Rahmen des Pilotversuches des Landes Nordrhein-Westfalen
setzten sich der Essener Sprachlehrforscher (DaF und Russisch als Fremdsprache)
R. S. Baur und Christoph Chlosta mit dem Begegnungssprachenkonzept auseinander.
Sie gelangen zu folgendem Schluß.
Rupprecht S. Baur & Christoph Chlosta:
«Begegnung mit Sprachen - Reform oder Konkurs». Wege zur Mehrsprachigkeit
4, 1999, 25-34.
Konsequenzen für die Ausbildung
"Zusammenfassen läßt sich feststellen,
dass die Umsetzung des Konzepts BmS (Begegnung mit Sprachen) gegenwärtig
mit folgenden Schwierigkeiten verbunden ist:
Die hinter dem Erlass stehenden Ziele sind disparat.
Sie werden von vielen Lehrer/innen nicht mitgetragen.
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Die Umsetzung in den Schulen ist vielfältig
und reicht vom Frühbeginn bis zum interkulturellen Lernen. Eine BmS
wird in vielen Fällen nicht verwirklicht.
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Es gibt keine Lehrer/innen, die in einer grundständigen
Ausbildung auf das Konzept vorbereitet worden sind.
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Lehrerfortbildungen sind allein kein geeignetes Mittel,
um eine grundständige Ausbildung zu ersetzen und BmS auf dem notwendigen
Niveau mit der notwendigen Lehrqualifikation umzusetzen.
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Die Sprachkenntnisse der Lehrer/innen reichen i.d.R.
nicht aus, um eine Fremdsprache bzw. Sprachenvielfalt darzustellen und
zu vermitteln.
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Mangels anderer Fremdsprachenkenntnisse wird auf
das Englische als Leitsprache zurückgegriffen.
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Aus diesen Feststellungen lassen sich gleichzeitig
die Forderungen für die Umsetzung des Begegnungssprachenkonzepts ableiten:
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'Begegnung mit Sprachen' muss als weiteres Fach im
Studium zur Ausbildung für das Lehramt Primarstufe im Rahmen der grundständigen
universitären Ausbildung angeboten werden.
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Eine Nachbarsprache, durch die in der konkreten Begegnung
die Einheit von Sprache und Kultur erfahrbar wird, sollte als Leitsprache
angeboten werden. Für NRW sind das die Nachbarsprachen Niederländisch
und Französisch.
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Die grundständige Ausbildung muss die gründliche
Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen in einer Leitsprache, sowie Einblicke
in weitere Sprachen und die Methodik der Begegnung mit Sprachen enthalten.
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Englisch darf nicht als Leitsprache eingeführt
werden, wenn Erziehung zur Mehrsprachigkeit das Ziel sein soll." (S. 34)